Archiv der Kategorie 'Allgemein'

Fotoserie „Villa Amalias“, 8.2.2013

Die Athener Regierung hat einen Weg aus der Krise gefunden. 5 der Millionen Arbeitslosen hat sie wieder eingegliedert. Die 5 Arbeiter sind derzeit damit beschäftigt die „Villa Amalias“, ein vormals seit 22 Jahren besetztes Haus nahe dem Viktoriaplatz, die „Villa Amalias“ umzubauen. Sie bringen Stacheldraht an und mauern Türen zu, als wollten sie ein Gefängnis aus dem sozialen Zentrum machen. Zur Sicherung des Umbaus stehen permanent Bullen in der Gegend herum, mal mehr, mal weniger.

Der Angriff auf die „Villa Amalias“, ein wichtiges Zentrum der anarchistischen und Hausbesetzerbewegung in Athen, war der Eröffnungsschlag einer offenbar langfristig angelegten Strategie zur Bekämpfung widerständiger Gruppen und Zusammenhänge. Beweise für „terroristische Aktivitäten“ wollten die Behörden nach der Räumung der Villa dort gefunden haben, immerhin standen leere Flaschen im Keller des Hauses, das eine Bar unterhält, und aus leeren Flaschen kann man bekanntlich Molotow-Cocktails bauen.

Als sich dann einige das ihnen vom Staat geklaute Haus wiederaneignen wollten, griffen die Bullen hart durch. Es kam zu 92 Festnahmen. Das Haus, einst ein sozialer Treffpunkt für viele und ein in der Nachbarschaft durchaus beliebter Ort, steht jetzt leer und wird von in der Nachbarschaft gar nicht so beliebten Bullen beschützt.
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Hamburg: Solidarity with Greek Squats

Athen hat viele Katalypseis, besetzte Häuser und soziale Zentren, in denen und von denen aus auch außerordentlich viel passiert. Kurse werden organisiert, Infoveranstaltungen, Essen, Musik, die zahlreichen Treffen, um sich auszutauschen, finden dort statt. Weil das der Regierung in Athen nicht passt, fährt sie seit Beginn dieses Jahres verstärkt Angriffe auf diese Räume sozialen Widerstands. Das prominenteste Opfer dieser Angriffe ist die „Villa Amalias“, ein schon ewig lang besetztes Haus, das zu den bekanntesten Squats in der griechischen Hauptstadt zählte. Dieses wurde im Januar geräumt, beim Versuch es wiederzubesetzen, wurden mehr als 90 Menschen festgenommen. Vielen Dank an die Genossen aus Hamburg, die uns die Fotos der Transpis zugeschickt haben. Weiter so, die Kampagne lebt davon, dass ihr Sachen macht, die die Leute mitkriegen, um auf die Situation hier in Griechenland auch noch den letzten deutschen Michel aufmerksam zu machen, der iimmer noch glaubt, die „faulen Griechen“ fressen „uns“ die Haare vom Kopf.

Genossen aus Hamburg schickten uns folgende Fotos in Solidarität mit den von Bullen in Athen geräumten besetzten Häusern:


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Mobi-Aktion zum europäischen Polizeikongress

Im Rahmen der Kampagne „Great Crisis Riseup 3 – Greek Edition“ führten am 31.Januar 2013 einige Aktivist_innen eine kleine Agit-Prop-Aktion am Kottbusser Tor durch, um zur bevorstehenden unangemeldeten Demonstration gegen den europäischen Polizeikongress am 16.Februar zu mobilisieren.

Vermummte Aktivist_innen setzten in den Abendstunden direkt unter dem Zentrum Kreuzberg am Kottbusser Tor die Pappminiatur eines Polizeifahrzeuges in Brand und verteilten an die neugierigen Passant_innen Flugblätter in denen über die deutsche Beteiligung an der militärischen Flüchtlingsbekämpfung an den griechischen Grenzen informiert wurde, während zeitgleich ein vermummter Aktivist von der Brücke des Zentrum Kreuzberg aus eine Erklärung verlass in der zum Widerstand gegen den Polizeikongress aufgerufen wurde und die Strategen der Aufstandsbekämpfung und Law&Order-Fundamentalisten gewarnt werden das nicht nur Griechenland, sondern auch Berlin für sie nicht länger ruhiges Hinterland ist und sie auch während ihres Kongresses mit Widerstand zu rechnen hätten. Spontan gesellte sich ein kurdischer Aktivist mit einer Öcalan Fahne dazu und drückte so seine Solidarität mit dem Anliegen aus.

Video der Aktion: https://vimeo.com/59088678
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Fotoreportage – Seeleute-Streik, Athen 6.2.2013

Die griechische Regierung beendet den Streik der Seeleute mit einer Zwangsdienstverpflichtung. 8000 Menschen auf einer Solidaritätsdemo mit den Streikenden

Bullen gegen Matrosen
Regierung in Athen geht gegen den Streik der Seeleute in Athen mit einer Notstandsverordnung vor und lässt diese von der Polizei durchsetzen.

Nachdem die Athener Regierung des konservativen Ministerpräsidenten bereits Ende Januar eine seit 1974, dem Ende der Militärjunta, nur etwa zehn Mal eingesetzte Notstandsverordnung eingesetzt hatte, um streikende Metroarbeiter zurück zur Arbeit zu zwingen, setzte sie dieses Mittel nun auch gegen Seeleute ein, die seit vergangenen Donnerstag im Ausstand gewesen waren. Die Seeleute protestieren gegen Personalmangel, hohe Arbeitslosigkeit – etwa 50% der registrierten Seeleute sind ohne Erwerbstätigkeit –, massive Lohnkürzungen und eine Reform des Schiffahrtssektors, die weitere Jobs kosten wird.
Nachdem am Dienstag Verhandlungen zwischen der PNO, der Gewerkschaft der Seeleute, und der Regierung gescheitert war, kündigte die Athener Koalition an, erneut die Dienstverpflichtung, die „Civil Mobilization Order“, anzuwenden, was für die Arbeiter bedeutet: Zurück zum Malochen oder Knast. Die kommunistische Partei KKE, die linkssozialistische SYRIZA und eine Reihe weiterer kommunistischer und anarchosyndikalistischer Organisationen kritisierten das Vorgehen scharf, die PNO selbst kündigte an, den Streik weitere 48 Stunden fortsetzen zu wollen.
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Great Crisis Riseup 3 – Greek Edition

Ende Januar 2013 startete dann der dritte Teil der Kampagne, welche die Solidarität mit den kämpfen der griechischen Bevölkerung gegen die von Deutschland aufgezwungen Verelendungspolitik zum Inhalt hat und bis deren Höhepunkte die Massenmobilisierung zum 1.Mai nach Berlin und zu Bloccupy 2.0 Ende Mai in Frankfurt sein werden. Bis dahin laden wir alle linke und solidarischen Organisationen und Einzelpersonen sich mit Aktionen an der Kampagne zu beteiligen, um auf die sich zuspitzende soziale Situation in Griechenland aufmerksam zu machen und dem deutschen Imperialismus in den Rücken zu fallen. Bilder von Aktionen, Texte, Aufrufe etc die sich aus linker Perspektive mit der Situation in Griechenland beschäftigen können an arab@riseup.net geschickt werden. Neben vielen kleinen Agit-Prop Aktionen in Berlin werden wir euch in den kommenden Wochen immer aktuell mit Informationen aus Athen versorgen, wo sich aktuell eine Delegation der ARAB aufhält.

Great Crisis Riseup auf Facebook

Der Aufruf zur Kampagne „Great Crisis Riseup 3 – Greek Edition“:
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Rückschau: Great Crisis Riseup 2


Der zweite Teil der „Great Crisis Riseup“-Kampagne startete im Spätsommer 2011 unter dem Eindruck der Jugendrevolte in England im August 2011. Wie es mit Fortsetzungen so ist gab es im zweiten Teil deutlich mehr Action und eine erste Vorahnung davon wie Protestbewegungen gegen die Krise in der BRD aussehen könnten. Durch die Aufstände in der arabischen Welt und die Massenproteste gegen die Sparpolitik in Spanien und Griechenland inspiriert kam so langsam Schwung in die Krisenproteste. Zeitgleich wurde ein bisher belächelten Protestcamp an der New Yorker Wallstreet von der Polizei angegriffen, aus Protest gegen die Polizeiübergriffe und aus Solidarität entstand ein kurzzeitige globale Protestbewegung unter dem Label „Occupy“, der es trotz vieler Schwächen und einem erstickenden Medienhype, zumindest temporär gelang die sozialen Auswirkungen der Krise zum weltweiten Thema zu machen und auch in der BRD ihren wiederhal fand. An einen globalen Aktionstag gegen die Auswirkungen der kapitalistischen Krise beteiligten sich weltweit Millionen von Menschen, in Berlin gingen überraschender Weise auch fast 15 000 Menschen auf die Strasse und stürmten die Wiese vor dem Bundestag. Im Rahmen der Great Crisis Riseup-Kampagne veröffentlichten wir ein Positionspapier zur Occupy-Bewegung, bildete gemeinsam mit Genoss_innen antikapitalistische Blöcke auf den Demos und machten Veranstaltungen und Partys. In den darauffolgenden Wochen wiederholte sich das Spektakel mit abnehmender Dynamik, bis eine von NGO´s und Parteien initierte „Menschenkette um das Regierungsviertel“ Mitte November die Dynamik endgültig abwürgte. Lediglich einem Schulstreik gelang es Ende November gegen die Auswirkungen der Krise auf die Jugend einige tausend Menschen auf die Strasse zu bringen. Im Frühjahr und Sommer 2012 machte sich die radikale Linke mit einigen Bündnispartnern in Schlepptau daran an die Protestdynamik vom Herbst 2011 anzuknüpfen und bemühten sich den Protesten eine klarere antikapitalistische Aussrichtung zu geben. Wir veröffentlichten in diesem Rahmen eine Krisenbroschüre. An einem von linksradikalen Gruppen initierten Europäischen Aktionstag gegen Kapitalismus und Krise beteiligten sich europaweit einige tausend Menschen. In Frankfurt kam es bei einer Demonstration zu Angriffen auf Banken und Auseinandersetzungen mit der Polizei. Auch im Zeichen der Krisenproteste stand der 1.Mai in Berlin, bei dem 25 000 Menschen versuchten ihren Protest gegen die kapitalistische Krisenpolitik ins deutsche Regierungsviertel zu tragen, jedoch dabei von der Polizei aufgehalten und angegriffen wurden. Auch zwei Wochen später in Frankfurt ging die Polizei gegen die bundesweiten Proteste unter dem Namen „Bloccupy“ mit massiven Gewalt vor. Über 1200 Menschen wurden Verhaftet, alle Demonstration verboten. Ledeglich die Abschlussdemo wurde nach Gerichtlichen Auseinandersetzungen gewilligt. Daran beteiligten sich fast 30 000 Menschen. Eine Woche zuvor, am 12.Mai scheiterte der Versuch die Occupy-Bewegung in Berlin mit einem Sternmarsch wiederzubeleben, auch eine Protestaktion vor dem Bundestag gegen die Verabschiedung des Fiskalpakts Ende Juni konnte nur einige hundert Menschen mobilisieren. Auch im Herbst 2012 war bis auf den zaghaften „Umfairteilen“ Aktionstag nichts von Sozialprotesten in der BRD zu spüren, wir hoffen das wir auch dazu beitragen können das sich dies im Frühjahr 2013 endlich ändert. Great Crisis Riseup 3!