23.März: Solifest für Griechenland

Wir dokumentieren hier einen Bericht von Wladek Flakin aus der Jungen Welt:

200 Menschen auf einem Fest für Griechenland in Berlin
Von Wladek Flakin
Samstag abend in der Hellenischen Gemeinde in Berlin-Steglitz. Ein älterer Herr, klein und im gepflegten Anzug, lächelt und schwankt zur Musik, ein Gläschen Ouzo in der Hand. Ihm gegenüber steht Holger Burner, ein junger Hamburger Rapper, der ins Mikro brüllt: »Nichts ist so schön wie ein rebellischer Geist!« Diese Vereinigung verschiedener Welten war auf einem Solidaritätsfest für Griechenland mit über 200 Besuchern zu beobachten: Alte und Junge kamen zu politischen Reden und Hochprozentigem mit Anis, zu griechischer Volksmusik und Souvlaki.

Stefan Schneider vom Griechenland-Solidaritätskomitee schilderte die wachsende Repression in Hellas, wo gegen Streikende das Kriegsrecht angewendet wird, aber auch den wachsenden Widerstand. Solidarität müsse »stets praktisch sein«, so Schneider, denn Griechenland sei »nur ein Testfeld für schärfere Maßnahmen gegen die Arbeiterklasse in ganz Europa«. Gesine Lötzsch, Bundestagsabgeordnete der Linkspartei, betonte in einer spontanen Rede, ständig werde von den Schulden des griechischen Staates gesprochen, während sich die BRD noch immer weigere, Reparationszahlungen in Höhe von 7,1 Milliarden US-Dollar für die während des Zweiten Weltkrieges in dem südeuropäischen Land begangenen Greuel zu leisten.

Der Hellenischen Gemeinde in Berlin droht derzeit die Kürzung von Fördermitteln des Landes – auch dagegen wollten die Organisatoren der Party ein Zeichen setzen. Zum 1. Mai wird das Solikomitee eigene Blöcke auf den Berliner Demonstrationen organisieren. In der gleichen Woche werden Arbeiter aus Griechenland auf einer Podiumdiskussion von ihren Erfahrungen berichten.

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Fotos: dropbox.com