Rückschau: Great Crisis Riseup 2


Der zweite Teil der „Great Crisis Riseup“-Kampagne startete im Spätsommer 2011 unter dem Eindruck der Jugendrevolte in England im August 2011. Wie es mit Fortsetzungen so ist gab es im zweiten Teil deutlich mehr Action und eine erste Vorahnung davon wie Protestbewegungen gegen die Krise in der BRD aussehen könnten. Durch die Aufstände in der arabischen Welt und die Massenproteste gegen die Sparpolitik in Spanien und Griechenland inspiriert kam so langsam Schwung in die Krisenproteste. Zeitgleich wurde ein bisher belächelten Protestcamp an der New Yorker Wallstreet von der Polizei angegriffen, aus Protest gegen die Polizeiübergriffe und aus Solidarität entstand ein kurzzeitige globale Protestbewegung unter dem Label „Occupy“, der es trotz vieler Schwächen und einem erstickenden Medienhype, zumindest temporär gelang die sozialen Auswirkungen der Krise zum weltweiten Thema zu machen und auch in der BRD ihren wiederhal fand. An einen globalen Aktionstag gegen die Auswirkungen der kapitalistischen Krise beteiligten sich weltweit Millionen von Menschen, in Berlin gingen überraschender Weise auch fast 15 000 Menschen auf die Strasse und stürmten die Wiese vor dem Bundestag. Im Rahmen der Great Crisis Riseup-Kampagne veröffentlichten wir ein Positionspapier zur Occupy-Bewegung, bildete gemeinsam mit Genoss_innen antikapitalistische Blöcke auf den Demos und machten Veranstaltungen und Partys. In den darauffolgenden Wochen wiederholte sich das Spektakel mit abnehmender Dynamik, bis eine von NGO´s und Parteien initierte „Menschenkette um das Regierungsviertel“ Mitte November die Dynamik endgültig abwürgte. Lediglich einem Schulstreik gelang es Ende November gegen die Auswirkungen der Krise auf die Jugend einige tausend Menschen auf die Strasse zu bringen. Im Frühjahr und Sommer 2012 machte sich die radikale Linke mit einigen Bündnispartnern in Schlepptau daran an die Protestdynamik vom Herbst 2011 anzuknüpfen und bemühten sich den Protesten eine klarere antikapitalistische Aussrichtung zu geben. Wir veröffentlichten in diesem Rahmen eine Krisenbroschüre. An einem von linksradikalen Gruppen initierten Europäischen Aktionstag gegen Kapitalismus und Krise beteiligten sich europaweit einige tausend Menschen. In Frankfurt kam es bei einer Demonstration zu Angriffen auf Banken und Auseinandersetzungen mit der Polizei. Auch im Zeichen der Krisenproteste stand der 1.Mai in Berlin, bei dem 25 000 Menschen versuchten ihren Protest gegen die kapitalistische Krisenpolitik ins deutsche Regierungsviertel zu tragen, jedoch dabei von der Polizei aufgehalten und angegriffen wurden. Auch zwei Wochen später in Frankfurt ging die Polizei gegen die bundesweiten Proteste unter dem Namen „Bloccupy“ mit massiven Gewalt vor. Über 1200 Menschen wurden Verhaftet, alle Demonstration verboten. Ledeglich die Abschlussdemo wurde nach Gerichtlichen Auseinandersetzungen gewilligt. Daran beteiligten sich fast 30 000 Menschen. Eine Woche zuvor, am 12.Mai scheiterte der Versuch die Occupy-Bewegung in Berlin mit einem Sternmarsch wiederzubeleben, auch eine Protestaktion vor dem Bundestag gegen die Verabschiedung des Fiskalpakts Ende Juni konnte nur einige hundert Menschen mobilisieren. Auch im Herbst 2012 war bis auf den zaghaften „Umfairteilen“ Aktionstag nichts von Sozialprotesten in der BRD zu spüren, wir hoffen das wir auch dazu beitragen können das sich dies im Frühjahr 2013 endlich ändert. Great Crisis Riseup 3!