Archiv für Februar 2013

Nichts ist vorbei. Der Generalstreik in Griechenland. Ein Erlebnisbericht

Dutzende Generalstreiks hat Griechenland seit dem Beginn der Krise erlebt. Einige mit Streikdemonstrationen, an denen sich Hunderttausende beteiligten, mit Massenmilitanz und der wirklich in der Bevölkerung vorhandenen Hoffnung, nun beginne der Anfang vom Ende der ganzen Scheiße. Auch für heute, den 20.2.2013, haben die Gewerkschaftsdachverbände GSEE und ADEDY, die kommunistische Gewerkschaftsfront PAME sowie eine Reihe von Basisgewerkschaften, anarchistischen, kommunistischen und linken Gruppen zum Generalstreik aufgerufen. Im Mittelpunkt stand – wie könnte es anders sein – der Protest gegen die brutale Verarmungspolitik, mit der die Regierung des konservativen Ministerpräsidenten Antonis Samaras inspiriert von der Troika aus EU-Kommission, EZB und IWF das Land überzieht. Deren Eckpunkte: Massenarbeitslosigkeit (27 Prozent bei der Gesamtbevölkerung, 62 Prozent bei Jugendlichen unter 24), Deindustrialisierung, Privatisierungen, rasantes Lohndumping (durchschnittlicher Rückgang um 40 Prozent), die Abschaffung von Kollektivverträgen, die Zerstörung des Sozial-, Renten- und Gesundheitssystems, die Aushebelung des Streikrechts mittels „Notstandsverordnung“ – die Liste ist lang.

Im folgenden wollen wir einige Eindrücke des langen Tags der Apergia, des Streiks, mit euch teilen.
(mehr…)

20.02.13: Solidaritätskundgebung mit Generalstreik in Griechenland

Aus Solidarität mit einem Generalstreik in Griechenland am Mittwoch den 20.Februar, der sich gegen die Spardiktate der EU-Troika und die Einschränkungen des Streikrechts durch die griechische Regierung wendet, rufen wir im Rahmen der Kampagne „Great Crisis Riseup“ am 20.Februar um 11 Uhr zu eine Kundgebung vor dem Griechischen Konsulat am U-BHF Wittenbergplatz auf. Kommt zahlreich! Zeigt Solidarität!

Mittwoch | 20.Februar | 11 Uhr | U-BHF Wittenbergplatz

Antifa-Demo in Athen, 9.2.13

2000 demonstrieren am Samstag in Athen gegen Nazipartei Chrysi Avgi. Griechische Neonazis wollen in Deutschland Fuß fassen.

In der Athener Alexandrasstraße, zwischen dem Hauptquartier der städtischen Polizei und dem Büro der Nazipartei „Goldenen Morgenröte“ („Chrysi Avgi“) versammelten sich am Samstag Nachmittag rund 2000 Menschen, um gegen Faschismus, Rassismus und die andauernde Gewalt gegen Migranten zu protestieren. Die friedliche Demonstration, zu der unter anderem die in der jüngsten Umfrage des Meinungsforschungsinstitut Public Issue stimmenstärkste Partei SYRIZA, das Linksbündnis ANTARSYA und die antiautoritäre Bewegung Alpha Kappa aufgerufen hatten, sah sich bereits nach wenigen Minuten einem starken Polizeiaufgebot der Sondereinsatzeinheit MAT gegenüber, die mit Gasmasken und Schilden ausgerüstet den Weg zum Büro der Chrysi Avgi versperrte. Trotz der Provokation kam es zu keinen Zwischenfällen.
(mehr…)

Fotoserie „Villa Amalias“, 8.2.2013

Die Athener Regierung hat einen Weg aus der Krise gefunden. 5 der Millionen Arbeitslosen hat sie wieder eingegliedert. Die 5 Arbeiter sind derzeit damit beschäftigt die „Villa Amalias“, ein vormals seit 22 Jahren besetztes Haus nahe dem Viktoriaplatz, die „Villa Amalias“ umzubauen. Sie bringen Stacheldraht an und mauern Türen zu, als wollten sie ein Gefängnis aus dem sozialen Zentrum machen. Zur Sicherung des Umbaus stehen permanent Bullen in der Gegend herum, mal mehr, mal weniger.

Der Angriff auf die „Villa Amalias“, ein wichtiges Zentrum der anarchistischen und Hausbesetzerbewegung in Athen, war der Eröffnungsschlag einer offenbar langfristig angelegten Strategie zur Bekämpfung widerständiger Gruppen und Zusammenhänge. Beweise für „terroristische Aktivitäten“ wollten die Behörden nach der Räumung der Villa dort gefunden haben, immerhin standen leere Flaschen im Keller des Hauses, das eine Bar unterhält, und aus leeren Flaschen kann man bekanntlich Molotow-Cocktails bauen.

Als sich dann einige das ihnen vom Staat geklaute Haus wiederaneignen wollten, griffen die Bullen hart durch. Es kam zu 92 Festnahmen. Das Haus, einst ein sozialer Treffpunkt für viele und ein in der Nachbarschaft durchaus beliebter Ort, steht jetzt leer und wird von in der Nachbarschaft gar nicht so beliebten Bullen beschützt.
(mehr…)

Hamburg: Solidarity with Greek Squats

Athen hat viele Katalypseis, besetzte Häuser und soziale Zentren, in denen und von denen aus auch außerordentlich viel passiert. Kurse werden organisiert, Infoveranstaltungen, Essen, Musik, die zahlreichen Treffen, um sich auszutauschen, finden dort statt. Weil das der Regierung in Athen nicht passt, fährt sie seit Beginn dieses Jahres verstärkt Angriffe auf diese Räume sozialen Widerstands. Das prominenteste Opfer dieser Angriffe ist die „Villa Amalias“, ein schon ewig lang besetztes Haus, das zu den bekanntesten Squats in der griechischen Hauptstadt zählte. Dieses wurde im Januar geräumt, beim Versuch es wiederzubesetzen, wurden mehr als 90 Menschen festgenommen. Vielen Dank an die Genossen aus Hamburg, die uns die Fotos der Transpis zugeschickt haben. Weiter so, die Kampagne lebt davon, dass ihr Sachen macht, die die Leute mitkriegen, um auf die Situation hier in Griechenland auch noch den letzten deutschen Michel aufmerksam zu machen, der iimmer noch glaubt, die „faulen Griechen“ fressen „uns“ die Haare vom Kopf.

Genossen aus Hamburg schickten uns folgende Fotos in Solidarität mit den von Bullen in Athen geräumten besetzten Häusern:


(mehr…)

Mobi-Aktion zum europäischen Polizeikongress

Im Rahmen der Kampagne „Great Crisis Riseup 3 – Greek Edition“ führten am 31.Januar 2013 einige Aktivist_innen eine kleine Agit-Prop-Aktion am Kottbusser Tor durch, um zur bevorstehenden unangemeldeten Demonstration gegen den europäischen Polizeikongress am 16.Februar zu mobilisieren.

Vermummte Aktivist_innen setzten in den Abendstunden direkt unter dem Zentrum Kreuzberg am Kottbusser Tor die Pappminiatur eines Polizeifahrzeuges in Brand und verteilten an die neugierigen Passant_innen Flugblätter in denen über die deutsche Beteiligung an der militärischen Flüchtlingsbekämpfung an den griechischen Grenzen informiert wurde, während zeitgleich ein vermummter Aktivist von der Brücke des Zentrum Kreuzberg aus eine Erklärung verlass in der zum Widerstand gegen den Polizeikongress aufgerufen wurde und die Strategen der Aufstandsbekämpfung und Law&Order-Fundamentalisten gewarnt werden das nicht nur Griechenland, sondern auch Berlin für sie nicht länger ruhiges Hinterland ist und sie auch während ihres Kongresses mit Widerstand zu rechnen hätten. Spontan gesellte sich ein kurdischer Aktivist mit einer Öcalan Fahne dazu und drückte so seine Solidarität mit dem Anliegen aus.

Video der Aktion: https://vimeo.com/59088678
(mehr…)